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Ein Präludium der Ideen präsentierten Markus Kutter, Lucius Burkhard und Max Frisch 1955. Sie schlugen im Büchlein „Achtung: die Schweiz“ vor, das Land nicht in Pavillons, sondern im Ernstfall auszustellen. Der sollte in einem richtigen Städtchen mit Modellcharakter stattfinden, das irgendwo am Wasser in der Westschweiz gebaut würde. Die öffentliche Diskussion war breit, doch die Entscheidung fiel auf eine herkömmliche Landesausstellung, die am 30. April 1964 in Lausanne ihre Tore öffnete. Auch am Lac Leman wurden über 10 Millionen Eintritte verkauft.
Für Schlagzeilen sorgte das Projekt „Gulliver“. Ziel war es mittels einer soziologischen Untersuchung ein facettenreiches Gesicht der Realität aufzeigen. Dieses Bild sollte dank 310 Fragen präzise ausfallen. In einer Voruntersuchung wurden 1240 Personen in 344 Gemeinden befragt und die Antworten fielen teilweise so ungeschminkt ehrlich aus, dass Hans Georg Giger, Delegierter des Bundesrates, intervenierte und durchsetzte, dass die Fragen auf 80 reduziert und entschärft wurden. Zu den Themen Bodenspekulation, Medienmonopol, Militärdienstverweigerung, 40-Stunden-Woche, Schwangerschaftsabbruch, Niederlassungsrecht, nukleare Bewaffnung, die Beteiligung der Schweiz an der europäischen Integration und zum Kommunismus durften keine Fragen mehr gestellt werden.
Fahnen aus allen Gemeinden
Es war die Zeit des kalten Krieges. Die Armee präsentierte in einem igelförmigen Betonbunker die „Totale Landesverteidigung“ und die Menschen lebten in der zunehmenden Anonymität der Vorstädte. Die Geisteshaltung der Gesellschaft war verkrustet, darunter aber begann es zu brodeln. Es dauerte nur noch wenige Jahre bis zum Mai 1968, als die Studentenrevolte ausbrach, und 1969, als James Schwarzenbachs „Nationale Aktion“ die erste xenophobe Initiative lancierte.
Gulliver barg in den Augen des Bundesvertreters Giger die Gefahr, „schlafende Hunde zu wecken“.
An der Expo 1964 wurde erstmals das Medium Film offensiv und kreativ eingesetzt. Im Projekt „Die Schweiz im Spiegel“ wurden fünf Kurzfilme aus dem Alltagsleben über verschiedene Themen gezeigt. Der „Weg der Schweiz“ entsprach der Höhenstrasse der Landi in Zürich. Die Fahnen der 3000 Schweizer Gemeinden sind allen Besuchern in Erinnerung geblieben.
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